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Anden
Expedition in der Hochpuna Argentiniens, einem der einsamsten Winkel unserer Erde >> todo o nada - alles oder nichts ! <<
Level 5 Expedition, 8 Tage unterwegs in Höhenlagen zwischen 4000 und 6000 Meter
Fahrleistungen: 3 Wochen mit Begleitjeep, etwa 750 km und 10 000 Hm per Bike + Gipfelbesteigung
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Die Puna de Atacama erstreckt sich als fast menschenleere Hochgebirgs- und Kältewüste auf einer Länge von knapp 1000 Kilometern entlang der Hochkordillere. Es gibt um die 40 Vulkanriesen, die eine Höhe von 6000 Metern überschreiten. Die genaue Anzahl ist deshalb unbekannt, weil die Andenstaaten noch heute um die Höhe wichtiger Gipfel streiten. Genauso wenig wie die Höhen sind auch die Grenzen der Puna de Atacama exakt bestimmt. Irgendwo südlich des höchsten Vulkans der Erde endet die Hochpuna, beginnt der Cuyo. Einigkeit unter den wenigen Kennern besteht aber über das Filetstück der Puna. In der argentinischen Provinz Catamarca westlich des Örtchens Fiambala ragen vier ganz Große (Ojos del Salado, Incahuasi, Monte Pissis und Cerro Bonete Chico) für Punaverhältnisse eng beieinander (etwa 100 Kilometer von einander entfernt) in den Andenhimmel. Die Gipfel des Pissis und Bonete sind Relikte eines einzigen Supervulkans, der in der Spätzeit der Entstehungsgeschichte der Anden eine Höhe von zehn Kilometern erreicht haben mag. Heute übrig geblieben ist nur noch der Stumpf des alten Giganten, der Rand um einen nahezu kreisrunden 25 Kilometer weiten Krater. Im Zentrum des Gran Kraters, quasi im Verborgenen der Andenriesen Bonete Chico (6759 m), Veladero (6436 m) und Pissis (6882 m) spiegeln sich gewaltige Büßereistürme auf der blauen Wasserfläche der Laguna del Inca Pillo. Dieser See liegt auf 5150 Meter Höhe und füllt einen kleinen Krater (Caldera del Inca Pillo) im Gran Krater. Der Kraterrand (Corona del Inca Pillo) überhöht die Wasserfläche um 300 Meter, weshalb viele vom höchstgelegenen See der Erde sprechen. Das stimmt zwar nicht - auf der auch mit Wasser gefüllten caldera vom Licancabur über San Pedro zeigt der Höhenmesser über 5900 Meter an - , doch liegt die Corona in einem der letzten Winkel (el ultimo rincon).
Während der Expedition 2009, wo Serac Joe die beiden höchsten Vulkane (Nevados Ojos del Salado und Monte Pissis) mit dem Mountainbike auf dem Weg der Grenzpatrouillen (TransCatamarca - wo die Dakar gekniffen hat) umrundet hat, sind wir bis auf wenige Kilometer zur Corona vorgedrungen. Mit den dabei gewonnenen Ortskenntnissen und Erfahrungen werden wir 2012 die Laguna del Inca Pillo erneut anpeilen. Dafür hat Serac Joe eine auf weiten Strecken neue Route ausgearbeitet, noch entlegener, noch wilder, noch schöner! Wir werden bei dieser Expedition sicherlich die Laguna del Inca Pillo mit unseren eigen Augen betrachten können. Ob allerdings auch der geplante Aufstieg zum Gipfel des Monte Pissis erfolgreich endet, kann keiner garantieren. Dafür muss einfach alles stimmen.
Hindernisse sind dazu da, dass man sie besiegt ! (Los obstáculos son para vencerlos !) Und: “ Du hast keine Chance, aber nutze sie”, schrie Reinhard Karl am Cerro Torre in den fauchenden Wind - eine Expedition, wo alles glatt läuft, ist keine Expedition.
Es war Anfang des Jahres 2004, als ich am Bahnhof Tolar Grande nach der Besteigung des 6739 Meter hohen Throns der Inka mit dem Namen Llullaillaco im Dreck liege. Mein Bauch wehrt sich gegen jede Bewegung, meine Augen tränen vor Schmerz. Immer wieder berührt ein Indiobub mit schwarzbraunen Fingern meinen Kopf und ruft, „aleman muerto“. Heute traversiert eine Piste entlang des Gleises des Tren al las Nubes den Andenhauptkamm am Paso Socompa und die Puna de Atacama in Ost/West-Richtung. „Beim Toten Deutschen“ liegt auf 4334 Meter Höhe in den Anden und ist umgeben von einer kalten Wüste. Bis zum Horizont dehnt sich die Landschaft aus Sand und Geröll, aus Salzseen und riesigen Vulkanen. Kein Baum, kein Haus, nur eine grobe Sandpiste, ein Gleis und ein Steinhaufen mit einem Holzkreuz. Aleman Muerto ist ein Grab, verloren in den Weiten der Puna-Hochebene. In den dreißiger Jahren war der Deutsche Karl Wilmer mit dem Tren al las Nubes „dem Zug in die Wolken“ die Anden hinaufgefahren. Der Matrose hatte in Buenos Aires am Atlantik sein Schiff verpasst und wollte daher, während es Kap Horn umrundete, nach Antofagasta am Pazifik, um wieder zuzusteigen. Das Gleis endete damals 80 Kilometer vor der argentinisch/chilenischen Grenze. Karl Wilmer entschloss sich, zu Fuß weiter zu gehen, ortsunkundig auf über 4000 Meter Höhe, bei Temperaturen bis zu 30 Grad unter Null. Er schaffte nur zwei Dutzend Kilometer. Der Ort, an dem man seine Leiche fand, heißt seitdem Aleman Muerto.
Es war Anfang des Jahres 1996, irgendwo über dem Altiplano auf dem Planicie del Panzio im nördlichsten Winkel Boliviens, vielleicht auch schon in Chile – jedenfalls da, wo die Puna de Atacama beginnt. So genau wissen das heute nicht einmal die Gelehrten. Wir folgen einer Spur über ein zwanzig Kilometer weites, 4500 Meter hohes, ödes Plateau. „Siempre al sur“ – immer Richtung Süden. Verwundert beobachte ich eine Wolkenbank über dem Cerro Cibaray im Osten. Wenige Augenblicke später wirft mich ein Hagel von Eiskristallen, Sand und Salz aus dem Sattel meines Bikes in einen gelben Büschel aus Ichu-Gras. Über eine halbe Stunde fegt der mörderische „viento blanco“ – weiße Wind wie ein Sandstrahlgebläse über die Kiesebene hinweg. Durch die Atacama-Wüste, in der es stellenweise seit Menschengedenken keinen Niederschlag mehr gegeben hat, lockt uns der Ruf der Hochpuna zu den höchsten Geysiren der Welt – „El Tatio“, auch weinender Großvater genannt. Ins Valle della Luna, dem Mondtal in einem Gebirge nur aus Salz. Auf den fast 6000 Meter hohen Vulkan Licancabur. Zur mumifizierten Miss Chile, eine 1200 Jahre alte Inkadame, konserviert durch die Trockenheit der Wüste, ausgestellt in einer Vitrine im Museum der Oase San Pedro de Atacama, umgeben von einer menschenfeindlichen Einöde, wo alles zu rufen scheint: „Hola gringo, geh’ heim!“
Es war Anfang des Jahres 1995, mein Körper krümmt sich bei Tagesanbruch über einen Eisturm am Gipfelaufbau des Nevado Ojos del Salado. Die Indios bezeichnen diese Eiszinnen als „Büßerschnee“, weil sie betenden Nonnen ähneln. Mein Kopf hämmert, der Puls pocht. „Was machst Du hier?“ Minutenschnell verwandelt sich der weiche, rote Überzug der Puna in eine rissige, ockerfarbene Schotterwüste. Es ist komisch. Der Körper kann nicht. Der Kopf will nicht. Aber irgend etwas zieht mich nach oben. Die verschneiten Augen des Salzes verwandeln sich in eine Kunstgalerie der Natur, in der das Staunen der wenigen Beobachter kein Ende nimmt.
Es war 1992 in Patagonien am Unterlauf des Rio Baker. Nach 3000 Kilometern im Wind endet unsere Fahrt unvermittelt in einem Canon. Träge wälzt sich die wasserreichste Ader Chiles zum Pazifik. Der breite, milchgraue Strom hat die Trasse der Carretera Austral weggespült. Seit sechs Jahren arbeiteten die Straßenbauarbeiter an diesem Abschnitt schon, aber der Boden kommt nicht zur Ruhe. Über der Einfahrt zum Camp des Bautrupps hängt ihre Losung: Los obstáculos son para vencerlos ! Nach Villa O’Higgins kommen wir hier nicht durch. Also zurück und über den Paso Roballos. Das bedeutet einen Umweg von über 1000 Kilometer. Der Kondor fliegt hier nicht geradeaus.
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Im Überblick:
San José de Jáchal (1150 m, 00 km, Provinz San Juan) > Laguna Brava (4300 m, 000 km) > Campiamento Burritos Muertos (4720 m, an der Basis des Cerro Bonete Chico – 6759 m und Monte Veladero - 6436 m) > Corona del Inca Pillo (5415 m, 000 km) > Ultimo Rincon (5520 m) > Campiamento Sur (5285 m, 000 km, Ausgangspunkt für die abgelegene Südroute auf den Monte Pissis – 6883 m) > Camino Pircas Negras (3950 m) > San Guillermo Nationalpark (3700 m, 000 km) > Lago Rodeo (1600 m), gesamt etwa 750 km und 10 000 Hm (Streckenbelag ca. 100 km Asphalt, 400 km Pisten, 200 km Vierradtracks, 50 km weglos)
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