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SERAC JOE - ANDENEXPEDITION 

Es war Anfang des Jahres 1996, irgendwo über dem Altiplano auf dem Planicie del Panzio im nördlichsten Winkel Boliviens, vielleicht auch schon in Chile – jedenfalls da, wo die Puna de Atacama beginnt. So genau wissen das heute nicht einmal die Gelehrten. Wir folgen einer Spur über ein zwanzig Kilometer weites, 4500 Meter hohes, ödes Plateau. „Siempre al sur“ – immer Richtung Süden. Verwundert beobachte ich eine Wolkenbank über dem Cerro Cibaray im Osten. Wenige Augenblicke später wirft mich ein Hagel von Eiskristallen, Sand und Salz aus dem Sattel meines Bikes in einen gelben Büschel aus Ichu-Gras. Über eine halbe Stunde fegt der mörderische „viento blanco“ – weiße Wind wie ein Sandstrahlgebläse über die Kiesebene hinweg.

Durch die Atacama-Wüste, in der es stellenweise seit Menschengedenken keinen Niederschlag mehr gegeben hat, lockt uns der Ruf der Hochpuna zu den höchsten Geysiren der Welt – „El Tatio“, auch weinender Großvater genannt. Ins Valle della Luna, dem Mondtal in einem Gebirge nur aus Salz. Auf den fast 6000 Meter hohen Vulkan Lincacabur. Zur mumifizierten Miss Chile, eine 1200 Jahre alte Inkadame, konserviert durch die Trockenheit der Wüste, ausgestellt in einer Vitrine im Museum der Oase San Pedro de Atacama, umgeben von einer menschenfeindlichen Einöde, wo alles zu rufen scheint: „Hola gringo, geh’ heim!“

Es war Anfang des Jahres 2004, als ich am Bahnhof Tolar Grande nach der Besteigung des 6739 Meter hohen Throns der Inka mit dem Namen Llullaillaco im Dreck liege. Mein Bauch wehrt sich gegen jede Bewegung, meine Augen tränen vor Schmerz. Immer wieder berührt ein Indiobub mit schwarzbraunen Fingern meinen Kopf und ruft, „aleman muerto“. Heute traversiert eine Piste entlang des Gleises des Tren al las Nubes den Andenhauptkamm am Paso Socompa und die Puna de Atacama in Ost/West-Richtung. „Beim Toten Deutschen“ liegt auf 4334 Meter Höhe in den Anden und ist umgeben von einer kalten Wüste. Bis zum Horizont dehnt sich die Landschaft aus Sand und Geröll, aus Salzseen und riesigen Vulkanen. Kein Baum, kein Haus, nur eine grobe Sandpiste, ein Gleis und ein Steinhaufen mit einem Holzkreuz. Aleman Muerto ist ein Grab, verloren in den Weiten der Puna-Hochebene. In den dreißiger Jahren war der Deutsche Karl Wilmer mit dem Tren al las Nubes „dem Zug in die Wolken“ die Anden hinaufgefahren. Der Matrose hatte in Buenos Aires am Atlantik sein Schiff verpasst und wollte daher, während es Kap Horn umrundete, nach Antofagasta am Pazifik, um wieder zuzusteigen. Das Gleis endete damals 80 Kilometer vor der argentinisch/chilenischen Grenze. Karl Wilmer entschloss sich, zu Fuß weiter zu gehen, ortsunkundig auf über 4000 Meter Höhe, bei Temperaturen bis zu 30 Grad unter Null. Er schaffte nur zwei Dutzend Kilometer. Der Ort, an dem man seine Leiche fand, heißt seitdem Aleman Muerto.

Es war Anfang des Jahres 1995, mein Körper krümmt sich bei Tagesanbruch über einen Eisturm am Gipfelaufbau des Nevado Ojos del Salado. Die Indios bezeichnen diese Eiszinnen als „Büßerschnee“, weil sie betenden Nonnen ähneln. Mein Kopf hämmert, der Puls pocht. „Was machst Du hier?“ Minutenschnell verwandelt sich der weiche, rote Überzug der Puna in eine rissige, ockerfarbene Schotterwüste. Es ist komisch. Der Körper kann nicht. Der Kopf will nicht. Aber irgendetwas zieht mich nach oben. Die verschneiten Augen des Salzes verwandeln sich in eine Kunstgalerie der Natur, in der das Staunen der wenigen Beobachter kein Ende nimmt.

Die Puna de Atacama erstreckt sich als fast menschenleere Hochgebirgs- und Kältewüste auf einer Länge von knapp 1000 Kilometern entlang der Hochkordillere. Es gibt um die 40 Vulkanriesen, die eine Höhe von 6000 Metern überschreiten. Die genaue Anzahl ist deshalb unbekannt, weil die Andenstaaten noch heute um die Höhe wichtiger Gipfel streiten. Genauso wenig wie die Höhen sind auch die Grenzen der Puna de Atacama exakt bestimmt. Irgendwo südlich des höchsten Vulkans der Erde endet die Hochpuna, beginnt der Cuyo. Einigkeit unter den wenigen Kennern besteht aber über das Filetstück der Puna. In der argentinischen Provinz Catamarca westlich des Örtchens Fiambala ragen vier ganz Große (Ojos del Salado, Incahuasi, Monte Pissis und Cerro Bonete Chico) für Punaverhältnisse eng beieinander (etwa 100 Kilometer von einander entfernt) in den Andenhimmel. Die Gipfel des Pissis und Bonete sind Relikte eines einzigen Supervulkans, der in der Spätzeit der Entstehungsgeschichte der Anden eine Höhe von zehn Kilometern erreicht haben mag. Heute übrig geblieben ist nur noch der Stumpf des alten Giganten, der Rand um einen nahezu kreisrunden 25 Kilometer weiten Krater, die „Caldera del Inca Pillo“ mit einer über 5300 Meter hohen Laguna.

 

EXPEDITIONSZIEL - Caldera del Inca Pillo (Gran Crater)

Das Expeditionsziel ist die Umrundung des höchsten Vulkans der Erde (Nevado Ojos del Salado) per Fahrrad mit der Durchquerung des Gran Craters. Dafür muss zwei Mal das Rückgrat der Anden überquert werden.

 

HAUPTSCHWIERIGKEITEN

Höhenanpassung, Temperaturunterschiede, Höhenstrahlung, mitunter schlechtes Wetter, Zustand der Pisten, Versorgung mit Trinkwasser und auch mit GPS die Orientierung

 

ROUTE PER BIKE AB COPIAPO

Copiapo (290 m, 00 km, ca. 70 km vom Pazifik entfernt) > Salto de Los Marayes (Cordillera de Domeyko) > Laguna del Negro Francisco > Ex Mina Marte > Portezuela des Tres Cruzes (4386 m, 240 km, an der Basis des Cerro Tres Cruces – 6748 m) > Portezuela de Pietra Pomez (4575 m) > Laguna Verde (4360 m, chilenische Grenzstation, Termen, Ausgangspunkt für den Normalweg auf den Ojos del Salado – 6893 m) > Paso de San Francisco (4747 m, 340 km, Grenze Chile/Argentinien, Beginn Asphalt) > La Gruta (argentinische Grenzstation) > Cazadero Grande (3482 m, Ruinen) > La Copia (3100 m, 420 km, Ruinen) > Portezuela Quebrada Campo Negro (4600 m) > Laguna de los Aparejos (4400 m) > Laguna Azul (4300 m, ab hier besteht die Möglichkeit in einem Tagesmarsch an die Südbasis El Arenal - 5500 m des Nevado Ojos del Salado zu gelangen) > Salina de la Laguna Verde (4350 m, 500 km - weiter kommt der Begleitjeep nicht, er muss den Gran Crater umfahren und trifft an der Laguna Brava wieder auf das Team, Strecke etwa 650 km) > Basecamp Nevado Pissis (4900 m, 510 km) > Caldera del Inca Pillo (5400 m, Gran Crater) > Basecamp Cerro Bonete (4900 m, 550 km) > Refugio Veladero nahe der Laguna Brava (4350 m, 570 km) > Obrador Barrancas (4100 m, 600 km) > Paso de Pircas Negras (4163 m, Grenze Argentinen/Chile) > Aduana Chilena (3100 m, 650 km) > Rio Jorquera > Copiapo (290 m, 820 km) gesamt etwa 850 km und 10 000 Hm (Streckenbelag ca. 300 km Asphalt, 400 km Minenpisten, 100 km Vierradtracks, 50 km weglos

  

GIPFELBESTEIGUNGEN

In der Puna beginnt ein Berg bei 6000 Meter. Während der Radtour erreichen wir günstige Ausgangspunkte für die Besteigung folgender Gipfel:

Cerro de San Francisco (6018 m, über die Nordseite ab Paso de San Francisco, 4747 m)

Nevado Incahuasi (6621 m, über die Nordseite ab Basecamp Las Grutas, ca. 4700 m)

Nevado Ojos del Salado (6893 m, von der argentinischen Seite ab Cazadero Grande, ca. 3600 m)

Nevado Pissis (6882 m, über die Nordostseite ab Basecamp Laguna Verde, ca. 4900 m)

Cerro Bonete Chico (6759 m, über die Westseite ab Basecamp Veladero, ca. 4900 m)

Die Besteigung ist technisch problemlos. Man marschiert über Geröll und Schneefelder den Vulkankegel bis zum Gipfel hinauf. Allerdings ist es in der Puna fast so einsam und trocken wie auf dem Mond. Nur wer sich den Gegebenheiten anpassen kann, hat bei günstigen Verhältnissen eine Gipfelchance. Fehler werden hier hart bestraft. Wer meint hier mal locker ein paar Sechstausender sammeln zu können, sollte sich eine andere Gegend aussuchen.

 

ANREISE / RÜCKREISE

Mit Lan Chile ab Frankfurt (Rail & Fly) über Madrid nach Santiago de Chile, anschließend Inlandflug nach Copiapo. Rückreise ab Copiapo per Bus nach Santiago de Chile, weiter mit Lan Chile zurück nach Frankfurt.

 

ANFORDERUNGEN - TEILNAHMEVORAUSSETZUNGEN

Sehr gute Kondition, Einsatzwille, Teamgeist und eine gewisse Leidensfähigkeit, Teilnahme am Vorbereitungswochenende.

 

LEISTUNGEN

Organisation der Logistik von SERAC JOE, An- und Rückreise ab/bis Heimatort, Begleitjeep (zum Transport von Wasser, Proviant und der Zeltlager-Ausrüstung), Vorbereitungswochenende.

 

TERMINE UND PREISE

2010 nicht im Programm

 

HINWEISE

Während der Expedition übernachten wir in Zelten und kochen selbst. Lediglich in Copiapo und gegebenenfalls bei der Rückreise in Santiago übernachten wir in einfachen Hosterias. Die anfallenden Kosten für diese Übernachtungen und die Verpflegung, die in Copiapo eingekauft wird, müssen von den Teilnehmern vor Ort gesondert getragen werden. Diese betragen gesamt etwa 750.- Euro.

 

AUSRÜSTUNG

Bike (kein Leichtbau, kein Fully), Gepäckträger hinten (nur TUBUS kommt in Frage), Hochtourenrucksack, Kleidung, Schlafsack und Isomatte für Temperaturen bis minus 25 Grad, Zelt, Bergschuhe, Überschuhe, Steigeisen und Stöcke.

 

INFOS und TEILNEHMER-TREFFEN

Die Anden-Expedition 2009 findet statt. Es gibt noch wenige freie Plätze. Zum Vorbereitungswochenende treffen wir uns Ende November.

 

Trans Anden

Expedition in der Puna de Atacama im Grenzgebiet von Argentinien und Chile

Argentinien

Fahrleistungen: 4 Wochen mit Begleitjeep, etwa 850 km und 10000 Hm per Bike + Gipfelbesteigungen

Preis pro Person:    Auf Anfrage

Termin: Für Gruppen auf Anfrage

 

 

 

 

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